Mein Captain (so werde ich hier meinen Geliebten, meinen Gefährten nennen) und ich waren auf eine Feier eingeladen. Ich freute mich sehr darauf. Es sollten Akademiker kommen, Intellektuelle, auch zwei Künstler. Ich freute mich riesig auf die Gespräche.
Ich habe nicht studiert, leider. Ich hätte es gerne, doch es ging nicht. Meine Kindheit und Jugend war zu wüst, zu gewalttätig und lieblos, als das es mir einen vernünftigen Start ins eigenständige Leben ermöglicht hätte. Doch davon soll dieses Blog nicht handeln. Ich will über das Jetzt berichten, doch ab und an kann es, sollte es dem Verständnis dienen, einen Ausflug in die Vergangenheit geben.
Diese Feier entwickelte sich leider so, wie die meisten anderen auch. Die Frauen unterhielten sich, obwohl sie in einem Alter waren, in dem man von einer entwickelten Persönlichkeit und entwickelten Interessen ausgehen konnte - gerade bei Akademikerinnen - über das Übliche.
Die Männer verzogen sich in eine Ecke und quatschten über Whiskey, über Single Malt. Sie übertrafen sich, oder versuchten es zumindest, mit der Nennung der seltensten Whiskey-Marken. Es klang wie die intellektuelle Version von dem uralten Spiel „wer hat den Längsten?“ Boring, boring, boring.